Bildqualität vs. Bildqualität

Hallo Leser,

ihr werdet euch bestimmt fragen, ob ich nicht lieber mal meine Titel Korrektur lesen sollte. Aber heute möchte ich mal etwas zur unterschiedlich Auffassung von Bildqualität los werden.

Die „erste“ Bildqualität meint die rein technische Qualität. Ist alles korrekt belichtet? Ist überall Zeichnung drin? Wie scharf ist die Schärfe? Ist die Schärfeebene perfekt gefunden oder gar alles von vorne bis hinten knackscharf? Ist die 100%-Ansicht, oder besser noch die 200%-Ansicht, scharf? Der ganze Quatsch, auf den viele Fotografen so viel Zeit verschwenden und dabei zum Pixelpeeper verkommen. Sie beschäftigen sich nur noch mit der Technik und vergessen dabei die „zweite“ Bildqualität.

Bildqualität ist für mich nämlich vor allem die Qualität des Bildes. Hat das Bild eine Aussage? Kommt diese Aussage rüber? Ist das Bild in sich stimmig? Weckt das Bild Emotionen? Diese Fragen sind für mich viel wichtiger als die Frage ob meine Pixel korrekt nach Lehrbuch belichtet sind.

Doch genug geschrieben, ich zeig’s euch!

Erika

Dieses Bild ist überbelichtet, kontrastarm und an einigen Stellen ausgebrannt. Trotzdem ist es eines meiner Lieblingsbilder - und eines meiner erfolgreichsten.

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Dieses Bild ist technisch eine „Katastrophe“. An den Rändern „unterbelichtet“, in der Bildmitte „überbelichtet“ und im schwarzen Anzug und dem weißen Kleid ist kaum noch Zeichnung zu erkennen. Die Kontraste sind viel zu hoch. Dennoch ist dies eins meiner schönsten Hochzeitsbilder.

Wie kommt das?
Die Bilder sind vor allem gefühlvoll und stimmig. Es werden Emotionen transportiert, die technische Unperfektheit leitet das Auge des Betrachters dabei bewusst auf die wesentlichen Bildelemente oder erzeugt ein passendes Ambiente.

Heißt das „Scheiß auf die technische Bildqualität“?
Nein, definitiv nicht. Natürlich shoote ich immer auch, oder besser zu erst, technisch gute Bilder. Schon alleine um „safe“ zu sein. Die „unperfekten“ entstehen danach oder nebenbei. Oft sind diese es aber, die die besten des Shootings sind (oder nach Bearbeitung werden). Diese Bilder sind es auch, die einen Fotografen von einem Kamera-Bediener unterscheiden - denn ein Fotograf macht kein Abbild der Realität sondern ein Bild.
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